Ferien bei Ingubo

Hallo ihr Lieben,

Unglaublich aber wahr, seit einer Woche sind meine letzten Ferien in Südafrika vorbei und es sind nicht einmal mehr 3 Wochen bis ich wieder in Deutschland lande.

Da Ingubo auch in den Schulferien für die Kinder geöffnet ist, habe ich 2 Wochen der Ferien weiter bei Ingubo gearbeitet und versucht diese mit ein paar besonderen Programmpunkten zu füllen. Die Kinder kommen, da keine Schule ist, in den Ferien deutlich früher zu Ingubo, so dass auch ich schon ab Mittag vor Ort war. Hier möchte ich auch euch an ein paar der Aktionen teilhaben lassen:

Einweihung der neuen Stifte

Schon seit langem herrschte bei Ingubo chronischer Stiftemangel und so entschied ich mich einmal einen ganz neuen Satz Bunt- und Filzstifte zu besorgen und natürlich sollten die Kinder auch sofort loslegen können. Deshalb kaufte ich ein Malbuch und ein Paket Blanco-Blätter an denen sich die Kinder den ganzen Tag kreativ ausleben konnten. Besonders die Jüngeren hatten großen Spaß die Malbuchseiten zu verschönern.

Soccer mit Ukhanyiso

Nachdem wir ja schon ein paar mal Sporttage mit den Kindern der Ukhanyiso-Daycare veranstaltet haben, wurden auch die Ferien intensiv für Fußballduelle der Kinder genutzt. Fast jeden Mittag kamen die Jungs von Ukhanyiso vorbei, um für eins/zwei Stunden mit den Ingubo-Jungs zu kicken. Auch jetzt nach den Ferien kommen die Jungs hin und wieder zum Fußballspielen vorbei. Eine tolle Sache, denn trotz der Rivalität kommt der Spaß nie zu kurz! 

Highlight Swimmingpool

Schon im Sommer hatte ich schon häufiger überlegt einen aufblasbaren Swimmingpool für Ingubo zu besorgen, da man in der Sommerhitze oft kaum etwas anderes machen konnte, als ein erfrischendes Bad zu nehmen. Dank einer überraschenden Hitzewelle in der ersten Ferienwoche mit Temperaturen von über 30° (im tiefsten südafrikanischen Winter :D) entschied ich mich diese Besorgung doch noch zu erledigen. Mit großer Begeisterung wurde ich empfangen, als ich mit brandneuem Swimmingpool und Pumpe bei Ingubo ankam. Es wurde nicht lange gefackelt und schon füllte sich der mühsam aufgepumpte Pool mit dem erfrischenden Nass. Für drei Tage wurde jeden Nachmittag geplanscht und getobt 🙂 

Auch wenn der Sommereinbruch leider nach ein paar Tagen wieder vorbei war, steht der Pool natürlich auch für den kommenden Sommer bereit 🙂

Ausflüge

Vor einiger Zeit hatten ein paar Studenten der ansässigen Stenden-Universität Spenden für Ingubo gesammelt. Diese sollten jetzt in Form von Ausflügen an die Kinder weitergegeben werden, um die Ferien noch ein bisschen besonderer zu machen. Für die jüngeren Kinder ging es in der ersten Ferienwoche für einen Tag nach Bathurst, um da die größte Ananas der Welt (eine begehbare Statue) zu besichtigen. Begeistert erzählten mir die Kinder danach von der Ananas-Verkostung und, und, und. Für die älteren Kinder sollte es einen Ausflug mit Übernachtung geben, mit dessen Organisation ich beauftragt wurde. Nach nervenzerreibenden Vorbereitungen (so wie immer) hatte ich dann endlich unseren Ausflug zu „Chappy’s Cushion“ geplant und bezahlt. Da die Spenden der Studenten dafür nicht reichten, habe ich die Restsumme von dem Geld meiner großzügigen Spender übernommen (schonmal vielen Dank an dieser Stelle). So verbrachten wir die Zeit von Freitagnachmittag bis Samstagabend mit ganz vielen Spielen, Hindernisparcours, Kletterei, Wanderungen, Baden im Pool und ein klein bisschen Schlaf. Am Samstagabend war dann die wohl häufigste Frage: „Können wir nicht bitte noch eine Nacht bleiben?“ Wohl Beweis genug, dass der Ausflug ein voller Erfolg war, der den Kindern supertolle Erfahrungen ermöglicht hat 🙂

Nun sind die Ferien aber doch schon wieder vorbei und damit auch dieser Eintrag. Mal sehen, ob der nächste Eintrag vielleicht schon aus Deutschland kommt.

Bis dahin

Torben 🙂

Ich möchte hier im Anhang noch einmal sagen, dass ich mich nicht oft genug für die Spenden bedanken kann, die ich vor und während des Jahres bekommen habe. Wie schon die vorherigen Ausflüge wäre auch dieser ohne dieses Geld nicht möglich gewesen. Und so habt auch ihr lieben Spender einen großen Anteil an all den besonderen Erlebnissen, die die Kinder und ich hier erfahren.

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Hurra, Hurra, es ist Klassenfahrt!

Man muss sagen, dass wir bei unser Arbeit an der Port Alfred Highschool kaum engeren Kontakt zu den Kindern knüpfen konnten. Da wir nur jeweils ein mal die Woche an der Highschool arbeiten und die jeweiligen Klassen dann immer nur für eine gute halbe Stunde sehen, ist der Kontakt doch sehr flüchtig. In der letzten Woche vor den Ferien hatten wir aber die tolle Gelegenheit zumindest die Siebtklässler besser kennenzulernen. Zusammen mit zwei Lehrern durften wir die Klassenfahrt nach Hogsback begleiten. Dort verbrachten wir drei Tage und zwei Nächte im „Hobbiton Outdoor Education Center“ in dem wir auch unsere beiden Zwischenseminare hatten und uns somit schon bestens auskannten. Die kurze Zeit die wir hatten war vollgepackt mit tollen Aktivitäten wie Wanderungen, Abseiling, Kletterwänden, kleinen Hochseilparcours und vielen Spielen. Bei allen Aktivitäten ging es um Teamarbeit, Zusammenhalt und darum seine eigenen Grenzen auszutesten und zu erweitern. Es war toll zu sehen, wie viele Kinder über ihren eigenen Schatten sprangen und Sachen schafften die sie vorher nicht für möglich gehalten hatten. Für Antonia&mich eine tolle Gelegenheit die Kinder in verschiedensten Situationen besser kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und auch Vertrauen aufzubauen. 

Nach nur zwei Nächten ging es dann schon viel zu schnell wieder zurück ins heimische Port Alfred. Aber ich bin mir sicher, dass es für die Kinder eine Erfahrung war, die sie so schnell nicht vergessen werden. Und mir geht es da nicht viel anders 😀

Grüße aus Port Alfred (in 35 Tagen geht der Flieger nach Deutschland, unvorstellbar)

Torben 🙂

Die Jakobsleiter – In 3er-Teams müssen die Kinder versuchen sich durch Zusammenarbeit auf die nächsthöhere Sprosse zu ziehen/schieben/heben

Todesmutiger Betreuer Torben beim Trapezsprung 😀

Bezwinger der großen Kletterwand

Noch viel mutigerer Schüler beim Trapezsprung

Abseiling

Zeit zum Posen vor der Zipline

East London wir kommen! (kamen)

Hallo,

Nach nur etwa 1,5 Monaten Training ging es am 23.06. endlich zum lang herbeigesehnten Fußballturnier in East London. Dort trafen sich Schulen aus allen ASC-Einsatzstellen: Jeffreys Bay, Port Elizabeth, East London, Berlin, Coffee Bay und Bulungula waren mit je mindestens einer Mannschaft am Start. Am Freitag war für die Jungs erst einmal Zeit sich kennenzulernen und schon einmal ein bisschen zu bolzen, bevor es dann am Samstag richtig los ging. Direkt nach dem Frühstück ertönte der erste Anpfiff und das Turnier begann. Zugegebenermaßen war auch bei mir die Anspannung recht groß, da wir eine frisch zusammengewürfelte Mannschaft hatten, die erst kurz trainierte und noch kein Spiel gemacht hatte. Doch schon das erste Spiel machte Hoffnungen. Gegen die älteren Jungs aus Coffee Bay erkämpften sich unsere Jungs einen knappen 2:1 Sieg. Besser hätte das Turnier nicht starten können. Leider folgte gegen Jeffreys Bay mit einer verdienten 2:1 Niederlage direkt der Dämpfer und nach einer weiteren (extrem unnötigen) 2:1 Niederlage gegen P.E. stellte sich die erste Frustration ein. Nun hieß es für das letzte Match gegen die gastgebende Mannschaft einen Sieg einzufahren, um die Chance auf ein Weiterkommen am Leben zu halten. Und tatsächlich gelang uns ein verdienter 2:1 Sieg. Leider reichte es in einer sehr engen Gruppe trotzdem nur für den 3. Platz. Alles in allem aber ein sehr zufriedenstellendes Turnier, das abgesehen vom sportlichen Erfolg, den Kids auch die riesige Chance gab einmal aus Port Alfred rauszukommen und ein bisschen was von East London zu sehen. Mit einem Filmabend würde das Turnier abgeschlossen, welches übrigens vom Überraschungsteam aus Bulungula gewonnen wurde. Am Sonntag ging es dann müde und erschöpft wieder zurück in die Heimat. Zwar ohne Pokal, aber mit einer Menge neuer Erfahrungen.

Wer ein paar Eindrücke in Videoform sehen möchte, ist herzlich eingeladen sich das kleine Video von Leon auf YouTube anzusehen: https://youtu.be/nruPwPZMj7E

Liebe Grüße ins sommerliche Deutschland

Torben 🙂

Nachwort

Natürlich bringt so ein Turnier auch einige Kosten mit sich. Sei es der Transport oder auch die Verpflegung vor Ort und unterwegs. An dieser Stelle mal wieder ein ganz großes und ehrliches Danke an alle großzügigen Spender, die unsere Teilnahme ermöglicht haben.

Unzufriedenheit und Proteste

Hallo,

Aus aktuellem Anlass, will ich heute Mal ein bisschen über Unzufriedenheiten und Proteste berichten, denen wir hier in Südafrika bisher direkt oder indirekt begegnet sind. Schon zu Beginn möchte ich sagen, dass mir viel Hintergrundwissen fehlt und das hier mehr ein Bericht sein soll, der zeigt wie ich die Sachen hier erlebe.
Die ersten großen Proteste von denen wir hörten, waren die Studentenproteste im Oktober letzten Jahres, die sich immer mehr von einfachen Protesten in Zerstörungswut wandelten. Eine Studentin aus Grahamstown verbrachte die gesamte Zeit der Proteste bei unserer Vermieterin, da über einen Monat lang keine Vorlesungen und ähnliches stattfanden. Sie berichtete uns, dass die Proteste sich gegen die Studiengebühren richteten, die besonders für viele junge Schwarze aus ärmeren Verhältnissen den Weg zum Studium deutlich erschweren oder unmöglich machen. Dabei wurden in vielen Universitätsstädten in ganz Südafrika Straßenblockaden errichtet, Innenstädte verwüstet, Uni-Gebäude in Brand gesetzt und, und, und. Polizisten gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Protestierenden vor. Eine unglaubliche Welle der Gewalt und des Vandalismus, die mich doch schockiert hat und die zeigt wie zerrüttet dieses Land noch ist, wie groß die Unterschiede zwischen arm und reich sind und wie diese Verhältnisse zu solchen Ausbrüchen führen können.

Zu Beginn habe ich geschrieben, dass ich aus aktuellem Anlass schreibe, der Anlass ist folgender: Schon seit ein paar Wochen wurden immer wieder Straßenblockaden an den Hauptzugangsstraßen zum Township, in dem wir arbeiten, errichtet. Auf den Straßen wurden Büsche, Autoreifen und andere Sachen entzündet und so ein Durchkommen unmöglich gemacht. Bisher waren die Folgen, die wir mitbekommen haben, dass an manchen Tagen einige Lehrer fehlten, da ihr Weg zur Schule blockiert war. Heute war es dann soweit: schon auf dem Weg zur Kuyasa sagte uns unser Fahrer, dass wir eine alternative Route nehmen müssten, da unser Standardweg durch Blockaden unpassierbar sei. Während wir uns der Kuyasa also von der anderen Seite des Townships aus näherten, kamen uns zu unserer Verwunderung immer mehr Kuyasa-Schüler entgegen, die auf dem Nachhauseweg waren. Als die Schule in Sichtweite war, sahen wir, dass auch der Zugang zur Straße an der die Kuyasa liegt durch brennendes Buschwerk versperrt war. Ein paar passierende Schüler fragten wir was los sei, diese sagten uns, dass die Schule aufgrund der Proteste ausfalle, somit kehrten auch wir um und ich nutze die Zeit, um das hier loszuwerden. Grund für die Proteste, den uns einer der Fahrer vor zwei Wochen berichtete, sei die Unzufriedenheit der Township-Bewohner über die Wohnsituation. Immer wieder baut die Regierung Häuser, die an Bewohner der armen Gebiete übergeben werden. So kriegen Wenige eine bessere Wohnung, aber es bleiben natürlich Viele, die weiterhin in Wellblechhütten oder ähnlichem wohnen müssen. Die Forderung nach mehr Häusern wollen sie nun wohl mit diesen Protesten erzwingen. Eine Forderung die man sicher verstehen kann, doch wie so oft bei solchen Streiks und Protestaktionen trifft es eben nicht direkt die Entscheidungsträger. Stattdessen bringt man die einfache Bevölkerung in Gefahr, versperrt Menschen die Wege zur Arbeit (sicher auch vielen Menschen die auf das Geld dringend angewiesen sind) und wie heute erlebt, nimmt man Schülern die Möglichkeit unterrichtet zu werden und so vielleicht in Zukunft gut gebildet aus ihren Verhältnissen herauszuwachsen.

Eine Situation die mich nachdenklich und auch traurig stimmt und mir gleichzeitig vor Augen führt, wie gut wir es doch in weiten Teilen Deutschlands haben (natürlich auch nicht überall). Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht einmal einen kleinen Einblick in politische Geschehnisse geben, die uns hier so betreffen, auch wenn es nur das ist, was ich so mitkriege und höre.

Torben 

Erstes Fußballtraining

Soooooo, heute Mal nur ein ganz kurzes Update.

Schon in einem der letzten Beiträge habe ich erwähnt, dass ich endlich ein Fußballteam an der Kuyasa aufbauen wollte. Was eigentlich schon von Beginn des Freiwilligendienstes an ein Wunsch war, ist nun Realität geworden (!!!).Gestern fand endlich das erste Training mit den Jungs der 6. Klasse statt. Und zum ersten Training kamen direkt mal 29 Kids und nun bin ich gespannt, wie sich das in den nächsten Wochen weiterentwickeln wird. Ziel ist die Teilnahme am Fußballturnier in East London, das die Freiwilligen dort Ende Juni organisieren werden und an dem Schulen aus allen Einsatzorten teilnehmen werden.

Schon im Februar hatten wir bei Ingubo einen gemeinsamen Sporttag mit der Ukhanyiso-Daycare (ich berichtete). Heute war es ein zweites Mal soweit, wieder lieferten sich die Kids der beiden Daycares spannende und knappe Duelle auf dem Fußballplatz, das letzte Spiel wurde somit auch mit einem ebenfalls spannenden Elfmeterschießen abgeschlossen. Dieses Mal hatten wir die Möglichkeit das Sportfeld der Kuyasa für die Spiele zu nutzen, dadurch stand uns ein deutlich größeres Fußballfeld zur Verfügung und mehr Kinder hatten die Möglichkeit zu spielen. Und schon heute haben wir die Absprache getroffen, diese Sporttage jetzt häufiger, vermutlich monatlich, zu wiederholen. Eine sehr schöne Sache, die allen spielenden Kids eine sehr willkommene Abwechslung ist und für ein fußballerisches Kräftemessen sind die Jungs hier allzeit bereit.

Soviel erstmal zu den neuen Entwicklungen in unseren Township-Projekten.

Grüße 

Torben 🙂

Project Addo

„Schöne gemeinsame Erlebnisse verbinden für immer, auch wenn unsere Lebenslinien danach wieder auseinanderlaufen“ ~ Diana Denk

Wie schon im letzten Eintrag erwähnt, haben wir vor zwei Wochen das erste Mal einen Teil der großzügigen Spenden genutzt. Nun also der Bericht dazu, den ich gerne mit diesem Zitat beginnen wollte, das mich durchaus angerührt hat (langsam hat man vor Augen, dass sich in 4 Monaten die Lebenswege wieder trennen).

Der Titel verrät es schon und richtig, auf dem Programm stand ein Ausflug in den großen „Addo Elephant National Park“ und zwar mit unseren Kids vom Ingubo-Project. Schon recht lange wollten wir diesen besonderen Ausflug machen und zu Beginn der Osterferien sollte es dann endlich soweit sein. Doch natürlich lief es nicht ohne das ein oder andere Hindernis.

Nach etlichen Fehlversuchen erreichte ich nach zwei Wochen endlich jemanden beim Addo, der mir alle nötigen Formulare zusenden konnte. Glücklicherweise ermöglicht der Addo nämlich Schulklassen oder Daycares den kostenlosen Besuch des Parks, bezahlen mussten wir somit nur zwei Ranger die uns begleiteten und Eintritt für die Erwachsenen. Erster Schritt getan. Nun ging es darum Transport und Verpflegung zu organisieren. Da Ingubo auch ein Projekt der ansässigen Stenden-Universität ist, trafen wir Absprachen, die uns freien Transport und ein Lunchpaket pro Kind erbrachten. Das Gerüst stand. Schnell informierten wir die Kinder und gaben ihnen die nötigen Formulare mit, die ihre Eltern unterschreiben und zurückbringen mussten. Schon am nächsten Tag kamen alle 25 Zettel zurück. Alles perfekt gelaufen, der große Tag kann kommen, könnte man jetzt denken. Das dachte auch ich und wurde schon einen Tag später eines Besseren belehrt. „Der große Bus ist leider doch nicht verfügbar, ihr könnt einen 13-Sitzer haben.“ So ungefähr lautete die Nachricht, die mich in einen Zustand des absoluten Stresses versetzte. 13 Sitze waren offensichtlich zu wenig, aber die Aktion abblasen war keine Option mehr, schließlich waren die Kids voller Vorfreude auf dieses spezielle Ereignis. Also musste um jeden Preis ein 16-Sitzer organisiert werden. „Um jeden Preis“ stellte sich leider tatsächlich als nicht ganz günstig heraus, aber dank Eurer und Ihrer Spenden ließ es sich trotzdem verwirklichen. Meine Erleichterung war riesig, trotzdem blieb ich skeptisch. Noch einmal wollte ich mich nicht so überrumpeln lassen. Selber kauften wir noch Snacks für ein zweites Lunchpaket (schließlich würden wir den ganzen Tag unterwegs sein) und schmierten am Vorabend fleißig Sandwiches.

Dann war der Tag gekommen. Die Kinder hatten sich extra schick gemacht und mit zwei vollbeladenen Bussen konnte es losgehen. Am Addo schnell die beiden Ranger eingeladen und los ging es. Endlich Zeit sich zu entspannen. Alles hatte funktioniert 🙂 Neben Kudus, Warzenschweinen, ner Riesenschildkröte und ein paar anderen Tieren, waren es besonders die mindestens 100 Elefanten die den Tag vollends gelingen ließen. Bei einem anschließenden Picknick wurden die Reste der Lunchpakete verspeist und ein bisschen die Sonne genossen, bevor es wieder nach Port Alfred ging.

Alles in allem eine tolle Aktion, die den Kindern die Möglichkeit gegeben hat, diesen tollen Nationalpark zu besuchen und die beeindruckenden Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Eine Gelegenheit, die sich Ihnen wohl leider so schnell nicht wieder bietet. Und eine Gelegenheit, die ohne die Spenden nie umsetzbar gewesen wäre. Deshalb möchte ich ein ganz großes DANKE nach Deutschland senden!

Gruppenfoto nach erfolgreicher Safari

Liebe Grüße aus dem langsam abkühlenden Südafrika

Torben 🙂

P.S.: Auch wenn es mir fast unangenehm ist, komme ich nicht drumherum zu sagen, dass auch weiterhin jede Spende willkommen ist, um Ausflüge und Aktionen mit den Kindern umzusetzen. Auf dieser Webseite findet Ihr und finden Sie alle nötigen Informationen zum Thema Spenden. Per E-Mail stehe ich außerdem gerne Rede&Antwort, erreichen könnt ihr mich unter torbenkohlsaat@web.de

Term 1: Abschlussbericht

Moin, moin,

Der erste Term des neuen Schuljahres ist vorbei und es sind Osterferien. Höchste Zeit einmal zu betrachten, was in letzter Zeit noch alles so passiert ist 🙂

Fangen wir mal von hinten an. Wie mittlerweile schon gewohnt, war die Woche vor den Ferien an der Kuyasa wieder etwas chaotisch. Manche Klassen konnten wir nicht nehmen, weil der Lehrer noch unbedingt den letzten Stoff durchkriegen muss oder ein letzter Test kurz vor der Notenvergabe angesetzt ist, andere Klassen sind in ihren Räumen nicht zu finden, weil sie sich irgendwo auf dem Schulhof oder Sportplatz herumtreiben. Bei fast allen Klassen gilt, dass sie die volle Schüleranzahl nicht mehr erreichen. So war es teilweise weniger Sportunterricht, sondern mehr ein offenes Sportangebot für alle, die sich so auf dem Sportfeld rumtrieben.

Springen wir zurück in den Februar. Pünktlich zu meinem Geburtstag wurde endlich (!!!!!!) der Rasen auf unserem Sportplatz an der Kuyasa gemäht, das erste Mal seit wir in Südafrika angekommen sind. An einigen Stellen war das Gras bis auf Kniehöhe gewachsen, etwas höher und wir wären Gefahr gelaufen Erstklässler in diesem Dschungel zu verlieren 😀 Somit ein sehr erfreuliches Geburtstagsgeschenk. Außerdem sang mir eine Klasse ein Geburtstagsständchen („Happy Birthday“ inklusive Xhosa-Strophe). Am nächsten Tag sahen wir dann, dass der Valentinstag an den Schulen in Südafrika einen etwas größeren Stellenwert hat als in Deutschland. Den Schülern war es erlaubt mit eigenen Klamotten anstelle der Schuluniform zu kommen und so machten sich viele Kinder besonders schick.


Nachdem ich das ganze Jahr über immer und immer wieder gefragt wurde, ob wir Fußball spielen können, war es dann endlich soweit. Mit fast allen Klassen haben wir ein paar Fußball-Stunden gemacht, inklusive Pass-, Dribbel- und Koordinationsleiter-Übungen. In der darauffolgenden Stunde gab es dann ein kleines Turnier innerhalb der Klassen. Ein großes Ziel für nach den Ferien ist es ein, eventuell sogar zwei, Jungs-Fußballteam/s aufzubauen, mit denen ich wöchentlich trainieren kann und dann am Turnier teilnehmen kann, welches wir zwischen den Einsatzstellen veranstalten wollen.

Auch beim Ingubo-Project hatten wir ein sportliches Highlight. Im Februar kam eine andere Daycare aus dem Nemato zu Besuch und wir veranstalteten einen kleinen Sports-Day für den wir sogar den Platz kreideten. Die Jungs spielten packende Fußball-Duelle, während die Mädchen sich Netball-Schlachten (evtl. leichte Übertreibung) lieferten. Insgesamt ein sehr spaßiger Tag, bei dem sich mindestens hundert energiegeladene Kinder auf dem Ingubo-Gelände tummelten. 



Desweiteren haben wir die Möglichkeit bekommen das Computer-Center im Township zu nutzen, um einigen Kindern ein paar Basics beizubringen. Einmal die Woche zeigten Antonia & ich den Kindern Word-Basics, Paint und nutzten ein paar Online-Spiele, um den Kindern spielerisch etwas mehr die englische Sprache näherzubringen. Eine sehr gute Sache, an der die Kinder großen Spaß hatten. 


Zudem ist positiv zu bemerken, dass in letzter Zeit wieder deutlich mehr Kinder kommen, nachdem wir ja zu Beginn des Jahres teilweise erschreckend wenig Kids da hatten. Und zu Beginn dieser Ferien haben wir nun das erste Mal die großzügigen Spenden genutzt, darauf werde ich nochmal in einem weiteren Blogeintrag eingehen 🙂
Vor wenigen Wochen hatten wir die große Chance das Zuhause von zwei der Kinder zu besuchen und mit ihrer Mutter zu sprechen. Ein sehr beeindruckendes Gespräch mit vielen neuen und interessanten Informationen über die Kinder und das Leben in ihrem Haus.

An der Highschool war ja den ganzen Term Schwimmen auf dem Programm. Wie schon in meinem vorherigen Eintrag erwähnt, war ich dabei für die Nichtschwimmer zuständig und so war es auch meine Aufgabe die Kinder zu benoten. Und ich muss sagen, dass fast alle große Fortschritte gemacht haben, was mich natürlich sehr freut und mit ein bisschen Stolz erfüllt 🙂

Für uns persönlich war eine der größten Ereignisse, dass wir nach 6 Monaten endlich Fahrräder bekommen haben und nun endlich schneller in die Stadt kommen. Außerdem machten wir noch Wochenendurlaube in Coffee Bay und Graaff-Reinet.

So viel erstmal zur letzten Zeit 🙂
Bis bald, Torben 🙂

Einmal Namibia und zurück

[Für alle Lesefaulen: scrollt einfach ein bisschen runter. Dort warten eine Menge Fotos auf euch, die auch alleine schon einiges zeigen und erzählen ]

 Es ist morgens. Mein Handy zeigt 6:05 Uhr. Ich bin müde. Ans Einschlafen ist nicht zu denken. Die Vorfreude hält mich wach. Oder sind es vielleicht doch die wenig gemütlichen Flugzeugsitze? Ich sitze in einem Flugzeug, dass in wenigen Minuten abheben wird und mich nach Johannesburg trägt. Doch dort ist noch lange nicht das Ende meiner Reise. Die Sommerferien haben begonnen und ich habe viel vor. In Johannesburg wartet das nächste Flugzeug und bringt mich sicher nach Walvis Bay. Am Flughafen warten zwei Menschen auf mich. Einen kenne ich seit mittlerweile knapp 14 Jahren und einen werde ich in den kommenden Tagen kennenlernen. Der Erste ist Lennart, den ich das erste Mal seit wir ihn im letzten August zum Bahnhof in Hamburg gebracht haben, in die Arme schließen kann. Ein freudiges Wiedersehen. Der zweite ist Til und Lennarts Projektpartner während seines weltwärts-Jahres in Swakopmund, Namibia. Und genau dahin soll uns das Taxi nun auch bringen. Kurze Zeit später bin ich am ersten Zwischenziel meiner Reise: in Lennart&Tils kleiner, bescheidener Wohnung in Swakopmund.

Wenige Tage später beginnt das erste Abenteuer. Zusammen mit Antonia & Lena, den beiden anderen Swakopmund-Freiwilligen von Lennarts Organisation geht es los auf unseren Roadtrip. Der gemietete 4×4 ist vollgepackt bis unter den Rand, die Dachzelte sind festgeschnallt und es kann losgehen. Die erste Etappe führt uns Richtung Norden. Vorbei am Cape Cross, einer riesigen Robbenkolonie und nebenbei der am schlimmsten stinkende Ort, an dem ich bisher war, bringt uns das Auto in den Skeleton-Coast-Nationalpark. Die Skelette stammen hier von gestrandeten Schiffen und einer alten Ölbohrplattform. In Torra Bay werden dann das erste Mal die Dachzelte aufgebaut. An den folgenden Tagen führt uns der Weg, über das Hoada-Camp in der Nähe des Grootbergs zum Etosha-Nationalpark, in dem wir uns dann die nächsten Tage von Camp zu Camp fortbewegten, immer auf der Suche nach neuen wilden Tieren. Ein paar schöne Fotos von unserer Kamerafrau Antonia warten weiter unten auf euch.
Nach dem Etosha-Park ging es zum Waterberg-Plateau. Nachdem wir unseren ersten Besteigungsversuch aufgrund von Verletzungen, kaputten FlipFlops (superdumme Idee meinerseits mit FlipFlops zu wandern) und unerträglicher Hitze abbrachen, starteten Til, Lennart und ich noch einen zweiten und erfolgreichen Versuch bis oben aufs Plateau zu wandern. Am nächsten Tag ging es dann zu letzten Station unseres Roadtrips: Der Spitzkoppe. Auf den Bergen, um die Spitzkoppe, testeten Lennart und ich unser Klettergeschick und bestiegen ein paar der großen Felsen, bevor wir dann kurzentschlossen nach Swakopmund aufbrachen, anstatt wie geplant noch eine Nacht an der Spitzkoppe zu verbringen.
Schon war es Zeit für die ersten sommerlichen Weihnachten. Zugegebenermaßen ohne wirkliche Weihnachtsstimmung, dafür aber mit massig Grillgut und Salaten. Und später wurden auch noch ein paar Weihnachtslieder mitgesungen. Irgendwie auch schön.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag startete dann die Tort(o)ur nach Kapstadt. Zusammen mit ca. 15 anderen Freiwilligen aus Lennarts Organisation trafen wir uns in Windhuk und bestiegen eins von zwei Shuttles nach Kapstadt. Ein wahres Abenteuer. Bei den Shuttles handelte es sich um die ansonsten typischen südafrikanischen Taxibusse, jeweils nur mit einem Fahrer bestückt. Dieser fuhr die gesamten 18 Stunden, nur unterbrochen von den kurzen Stopps an Tankstellen und dem Moment als wir einmal kurz liegenblieben und der Motor erst wieder anspringen wollte nachdem wir circa 100 Meter bergab weitergerollt waren. Trotzdem sind wir lebend angekommen und die ereignisreichen Tage in Kapstadt begannen. Am nächsten Tag stießen auch alle ASC-Südafrika-Freiwilligen dazu. Was folgte war ein Besuch des Aquariums, Jumphouse, Virtual Reality (nicht meine Stärke), Besteigung des Tafelbergs, Erkundung der Long Street bei Nacht (natürlich nur aus Recherche-Gründen), und, und, und. Gemeinsam verbrachten wir Silvester, auch das eine spannende Erfahrung im großen Kapstadt.
Und dann kam nach 4,5 Monaten endlich das Wiedersehen mit meiner Freundin. Zusammen verbrachten wir eine weitere, sehr schöne Woche in Kapstadt. Unter anderem gefüllt mit dem Besuch von Robben Island mit der höchst interessanten Führung eines ehemaligen politischen Gefangenen, Besteigung des Lionheads, Besuch der Strände, Fahrt ans Kap der Guten Hoffnung und vieles mehr. Doch leider war auch diese Woche viel zu schnell vorbei und es war Zeit für einen weiteren schweren Abschied.
Und so endeten die Ferien mit einem absoluten persönlichen Highlight und es wurde Zeit sich wieder an die Arbeit zu machen.

Und jetzt viel Spaß mit einer Menge Fotos aus dieser aufregenden Zeit und den wahrscheinlich bisher besten Sommerferien meines Lebens im aufregendsten Jahr meines Lebens 🙂

Liebe Grüße

Torben 🙂

Unser treues Gefährt durch Namibia

Robben am Cape Cross

Eingangstor zur Skeleton Coast


Erstes Wrack

Eine alte Ölbohr-Plattform


Ein erstes mal die Zelte aufschlagen in Torra Bay


Und das erste Mal (und zum Glück einzige Mal) den Reifen wechseln

Auf dem Weg Richtung Grootberg: endlich das erste Großwild

Affen im Hoada-Camp


Affen auf dem Grootberg-Plateau 😀

Weiter Richtung Etosha

Ankunft im ersten Etosha-Camp (ab jetzt gibts wilde Tiere zu sehen)

Springbok

Noch mehr Springbok

Gnus



Ein einsames Oryx

Die hat ihre besten Tage hinter sich


Kampfadler

Red Hartebeest (Kuhantilope)

Endlich ein Rhino


Prachtexemplar eines Kudus

Zwei Bestien auf der Pirsch


Dikdik

Sonnenuntergang am Wasserloch


Wir verlassen den Etosha-Nationalpark mit einem Gruppenbild auf der Etosha-Pfanne 🙂

Verzweifelter erster Versuch der Waterberg-Besteigung (Flipflops schon kaputt)

Und doch noch oben angekommen

Auf den Felsen um die Spitzkoppe

Wir schließen den Roadtrip mit einem kleinen Bilderrätsel zur Verfügung gestellt von der Spitzkoppe. Was ist das?


Und ein paar Bilder aus Kapstadt:

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt


Besteigung des Lion Head


Und der Blick von oben


Auf dem Boot nach Robben Island


Und der Blick zurück aufs Festland



Ein kurzer Blick in die ehemalige Zelle von Nelson Mandela


Blick vom Green Point Urban Park zum WM-Stadion von Kapstadt


Pinguine am Boulders Beach


Angekommen am Kap der guten Hoffnung


Und Cape Point


Abendstimmung an der V&A Waterfront

Ein Lebenszeichen

Frohes neues Jahr!

Ok, zugegebenermaßen bin ich etwas spät dran mit diesem Wunsch. Trotzdem hoffe ich das ihr alle gut ins neue Jahr gestartet seid. 🙂

Tatsächlich sollte der erste Beitrag dieses Jahres von meinem aufregenden Sommerurlaub handeln und tatsächlich hätte dieser Beitrag auch schon lange kommen sollen. Allerdings haben mich die Bilder aus Namibia bisher noch nicht erreicht (aufregender erster Teil der Reise) und ich wollte euch nicht ohne Bildmaterial lassen.

Somit heute Mal ein kurzes Update zum erneuten Arbeitseinstieg. Seit nun fast einem Monat sind wir wieder voll im Einsatz und nach kurzer Zeit hat man sich auch wieder ans früh aufstehen und arbeiten gewöhnt. Was ist neu? Was ist anders?

Kuyasa: Da das Schuljahr in Südafrika im Januar beginnt, ist die größte Veränderung, dass wir einen Haufen neue Erstklässler haben. Heißt: lauter kleine Kinder, die einen erwartungsvoll angucken und noch keine Ahnung haben was auf sie zukommt (und einen natürlich nicht verstehen :D). Trotzdem sind die meisten aber bisher sehr lieb und rennen, singen und tanzen mit großer Freude. Ansonsten wurden natürlich auch alle anderen Klassen versetzt und wir verloren so unsere sehr guten 7.Klässler (fast alle, in jeder Klassenstufe haben wir einige die eine Ehrenrunde drehen).

Port Alfred Highschool: Ende des letzten Jahres konnten wir zum Glück dafür sorgen, dass unser Stundenplan so verändert wurde, dass Antonia und ich jetzt 3mal pro Woche zusammen an der Kuyasa sind (einen Tag dazu gewonnen). Ansonsten hat jetzt die Schwimmsaison begonnen. Mrs Gibson nimmt die Schwimmer, während ich mich mit den Nichtschwimmern langsam, aber sicher an die Kunst des Schwimmens herantaste. Bisschen erstaunlich vielleicht, dass es sich bei diesen Nichtschwimmern um 9.Klässler handelt von denen in meinen Klassen alle schwarz oder coloured sind. Ein großer Grund dafür ist, dass viele der Schüler erst zur 8.Klasse von einer Township-Schule (kein Schwimmbecken) auf die Highschool gewechselt sind und auch kaum die Möglichkeit haben im Meer zu schwimmen. Es ist toll zu sehen, wie einige unbedingt Fortschritte machen wollen (insbesondere Mädchen). Eine Begründung die ich bekommen habe war: „Es ist peinlich, wenn wir auf einer Poolparty eingeladen sind und als einzige nicht schwimmen können“. Eine gute Motivation 🙂

Ingubo: Abgesehen vom neuen Wochenplan, fällt im Moment leider auf, dass etwas weniger Kinder, als vor den Ferien zu Ingubo kommen.

Gartenarbeit bei Ingubo

Der neue Wochenplan

So, soviel erstmal als kleines Lebenszeichen. Ich hoffe, dass ich jetzt so bald wie möglich, meine Urlaubserlebnisse mit euch teilen kann 🙂

Sonnige Grüße.                                                    Torben 🙂

Part ||

Hallo und Willkommen zum zweiten Teil 😀 ohne großes Vorwort soll es einfach weitergehen mit der Zeit bis zu den jetzigen Ferien.

Library Work: Wenn die Examens-Phase an der P.A. Highschool beginnt, findet kein Sportunterricht mehr statt und es wartete eine neue Aufgabe auf uns: Inventur in der Schulbücherei. Heißt im Klartext: vor Einem liegen 306 DINA4-Seiten voll mit einer Liste aller Bücher die in der Bibliothek zu finden sind (oder zu suchen :D). Regal für Regal muss diese Liste durchgearbeitet werden. Bücher die da sind bekommen einen Haken, Bücher die nicht da sind einen Punkt, einige Bücher werden aussortiert. Abwechselnd waren Antonia und ich von 8-13 Uhr an der Schule und nach 6 Tagen (30 Stunden) war die Arbeit erfolgreich beendet. Auf der einen Seite eine recht ermüdende Tätigkeit, aber auch interessant was die Bücherei alles an Titeln bereit hält und ich fand durchaus Spaß daran, mich auf die Suche nach fehlenden Büchern zu begeben.

An der Kuyasa war, wie auch vor den Herbstferien, viel Spontanität&Flexibilität gefragt. Viele Schüler kamen nicht mehr, es wurden Examen geschrieben und die Kids, die fertig mit der Klausur waren, lungerten auf dem Sportfeld rum.
Seminar: Ende November war endlich Zeit für das erste Seminar. Alle Freiwilligen vereint im schönen Hogsback. Untergebracht waren wir in einem Schlafsaal mit Doppelstockbetten (erinnerte mich an den Film „Full Metal Jacket“). Leider hatten wir nur drei Tage, in denen Zeit war sich mit den Anderen auszutauschen, die Projekte zu präsentieren, Spaß zu haben, zu wandern, zu Klettern und, und, und. Insgesamt ein sehr schönes Seminar mit der Möglichkeit sich mit unserem Project Manager Brett auszutauschen.

Madonna & Child-Wasserfall in Hogsback


Girls Soccer: Ein weiteres Highlight eine Woche vor Ferienbeginn war das Girls Soccer Tournament in East London. Alle Freiwilligen waren dort mit ihren Mädchen-Fußballmannschaften im Gepäck (wir leider ohne Team, aber voller Tatendrang und Hilfsbereitschaft). Aus 9 Mannschaften standen am Ende beide Teams aus Coffee Bay im Finale und Berlin holte sich den Bronzerang. Die Mädchen hatten großen Spaß und zeigten durchaus starke fußballerische Leistungen in teilweise sehr spannenden Begegnungen (ein Halbfinale und das Spiel um Platz 3 endeten nach 1:1 mit Elfmeterschießen). Geschlafen wurde in der A.W. Barnes-Schule, auch wenn für viele der Schlaf wohl etwas zu kurz kam. Ein wirklich gelungenes Turnier und ein spezieller Dank gilt unser Mitfreiwilligen Vivien die die Hauptorganisatorin war und einen tollen Job gemacht hat.

Pfannkuchentag: Da die Schulen schon in der Zeit vor Beginn der Ferien für die Schüler geschlossen haben, sind viele der Kinder ganztägig bei Ingubo unserem Nachmittagsprojekt. Das hat zur Folge, dass sie auch zweimal pro Tag dort essen. Aufgrund dessen war leider zu Beginn der letzten Woche das Budget für Essen aufgebraucht und die Suppenküche lieferte erst am Mittwoch. Natürlich sollen die Kinder aber nicht ohne Essen bleiben. Somit entschieden Antonia und ich zuhause eine Pfannkuchen-Massenproduktion zu starten, die wir dann vor Ort zu Ende brachten. Damit bekamen die Kinder Pfannkuchen mit Zucker, Honig und Marmelade. Pfannkuchen sind die Kids hier übrigens nicht gewohnt, so das sie zu Beginn doch zaghaft und etwas skeptisch probierten. Am Ende waren aber doch alle satt und wir glücklich, dass wir das Essensproblem überbrücken konnten 🙂

Vorproduktion Zuhause

Pfannkuchen backen bei Ingubo

Dumpsite-Visit: Hierzu muss man erst einmal wissen, dass das Ingubo Project damals gegründet wurde um ein sicheres Umfeld für die Kinder zu schaffen, die die Müllhalde als Spielplatz nutzten, ein nun mal offensichtlich nicht besonders sicheres Umfeld. Immer wieder werden hier neue Kinder für Ingubo „rekrutiert“. Letzten Donnerstag waren wir mit den älteren Ingubo-Kids das erste Mal vor Ort und sahen die Kinder im dreckigen Tümpel an der Müllhalde schwimmen. Wir verteilten Obst und die Ingubo-Kids erzählten wie Ingubo ihr Leben geändert hat. Ein wirklich bewegender Ausflug, der eine weitere Schattenseite des Townships gezeigt hat. Einer der Ingubo-Kinder zeigte mir auch ein paar seiner Verwandten die dort im Müll nach Plastikflaschen und anderen Sachen suchen, die sie für wenig Geld verkaufen können.

Mit dieser doch eher bedrückenden Nachricht möchte ich den heutigen Eintrag beenden. Allerdings trotzdem mit einem positiven Fazit: all diese Erfahrungen der letzten zwei Monate (und natürlich auch der Zeit davor) sind sehr eindrucksvoll und auch lehrreich, wenn auch manchmal traurige Schicksale dahinterstecken. Es bleibt unfassbar wie viel Neues dieses Land jeden Tag bereithält. Und natürlich macht die Arbeit in allen Projekten weiterhin großen Spaß und die durchweg positiven Rückmeldungen motivieren zu mehr.
Weiterhin einen frohen Advent und bis bald

Torben 🙂

P.S.: An dieser Stelle noch einmal ein Beitrag in Sachen spenden. Ich möchte mich noch einmal herzlichst bei allen Spendern bedanken. Ihr/Sie habt/haben diese tolle Erfahrungen erst möglich gemacht. Trotzdem freue ich mich weiterhin über jede Spende, jede Spende hilft uns Projekte zu verwirklichen. So hat uns auch das Soccer Tournament gezeigt wie viel Geld teilweise nötig ist, da die Schulen wenig bis keine Mittel haben. Die Freiwilligen die Teams mit hatten mussten umgerechnet mehrere Hundert Euro allein für den Transport bezahlen, den sie größtenteils durch überschüssige Spenden bezahlen konnten. Auch ich hab mit Hilfe aller Spender den Mindestbetrag mittlerweile überschritten. Das heißt, dass alles was jetzt dazukommt mir bzw. uns zu 100% für Projekte oder solche Turnierteilnahmen zur Verfügung steht. Ich freue mich über jeden Spender oder wenn ihr vielleicht auch einfach Anderen von mir erzählt und den Bloglink weitergebt.

Torben 🙂